Medizinisches Cannabis für Kinder – umstritten doch erfolgreich

Im Alter von nur 7 Jahren wurden 2009 bei dem kleinen Mädchen Mykayla Comstock aus dem US-Bundesstaat Oregon Blutkrebs diagnostiziert, genauer die aggressive Variante "Akute Lymphatische Leukämie" (ALL). Sofort begannen die Eltern mit der Chemotherapie, verabreichten im gleichen Atemzug aber auch medizinische Cannabisarznei an die Kleine – was in Oregon nämlich gesetzlich erlaubt ist. Ganze 52 Kinder nehmen an einem solchen "Medical Marijuana Program" des Bundesstaates teil. Auf der eigens für sie eingerichteten Internetseite www.bravemykayla.com informieren die Eltern über Mykaylas Fortschritte und ihre Erfahrungen in diesem Bereich.

Mykayla während der Krebstherapie, Cannabis half bei der Chemo
Die tapfere Mykayla während der Krebstherapie – gezeichnet von der Chemo

Nach dem Aufstehen und nachmittags nimmt Mykayla jeweils eine selbst hergestellte Cannabisöl-Kapsel. So wird ihr pro Tag etwa 1g von diesem Extrakt verabreicht, was aufgrund der hohen THC-Konzentration ungefähr 10 Gramm Marihuana entsprechen. Der Wirkstoff Delta-9-Tetrahydrocannabinol (THC) dämpft die heftigen Nebenwirkungen der Chemotherapie. Endlich hat sie wieder Appetit und kann ohne Übelkeit essen, hat mehr "Energie zum Spielen" und berichtet von befreiender Schmerzlinderung. Das im Öl enthaltene Canna-Bi-Diol (CBD) steht zudem im Verdacht, das Wachstum der Tumor-Metastasen mindestens zu verlangsamen wenn nicht gar aufzuhalten.

Außerdem soll laut einer neuen Studie von Rostocker Wissenschaftlern THC sogar Krebszellen zerstören können, womit sie das Ergebnis einer 2006 durchgeführten Studie  über die positiven Effekte von THC bei der Krebszellen-Vernichtung bestätigten – ungeahnte Möglichkeiten für Betroffene tun sich damit auf! Natürlich ist die Quellenlage noch sehr dünn, ein neues Forschungsfeld kann eben noch keine Langzeitergebnisse vorweisen. Doch die positiven Ergebnisse aus der Krebsbehandlung mit Cannabis-Arzneimitteln geben allen Grund zur Hoffnung, vor einem bahnbrechenden Erfolg in der Bekämpfung von Krebs zu stehen.

Heute gilt die tapfere Mykayla als geheilt, was die Eltern vor allem der Weed-Therapie zuschreiben. Als sie damit allerdings an die Öffentlichkeit gingen, hagelte es massivste Kritik und derbe Beleidigungen, wie man sein Kind nur auf Drogen setzen könne etc. Nicht bedacht wird bei diesen Vorwürfen, dass die ADHS-Arznei "Ritalin" im Prinzip niedrig dosiertes Speed (Amphetamin) ist,  das man massenhaft jenen Kindern und Jugendlichen verabreicht. Überraschender- wie erfreulicherweise äußert dagegen beinahe jeder (!) der Kommentatoren des Spiegel-Artikels über das Mädchen Verständnis für diese Behandlung. Wow! Wir erleben immer mehr eine Öffnung der Gesellschaft pro Cannabis-Öl und sehen die Fähigkeit der Medien und Öffentlichkeit, zwischen Medizin und Gras-Rausch zu unterscheiden – um letztlich sogar beiden Applikationen eine Legitimität zuzugestehen? Die Zeichen der Zeit deuten in diese Richtung…

Abschließend noch eine kurze Video-Reportage vom Magazin "VICE" über Mykayla:

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