"How To Sell Drugs Online (Fast)": Neue Drogen-Serie von Netflix aus Deutschland überraschend gut

how to sell drugs online fast als netflix plakatNormalerweise stehen deutsche Filme oder Serien ja nicht gerade in dem Ruf, besonders anschaulich oder gar originell zu sein. Netflix hat nun jedoch mit der komödiantischen Drogen-Serie "How To Sell Drugs Online (Fast)" einen echten Hit gelandet – und dieser kommt auch noch aus Deutschland!

Der Protagonist Moritz Zimmermann ist 17 Jahre alt, lebt in einer deutschen Kleinstadt und gilt als ausgewiesener Nerd. Nachdem das mit seinem im Rollstuhl sitzenden Nerdfreund Lenny erarbeitete Projekt für ein besonders innovatives, sicheres Online-Shopsystem namens "Mytems" für den Handel von Items aus Online-Spielen bei einem Schulwettbewerb keinen großen Anklang fand, verwendet Moritz den Code, um damit im Darknet einen Drogenshop zu eröffnen, in welchem man Drogen kaufen kann. Genauer gesagt: Extasy Pillen. Währenddessen plagt er sich natürlich mit den typischen Teenagerproblemen herum: Liebeskummer, Freundeszwist, Parties, Mobbing, Eltern und so weiter.

Die Serie basiert "auf einer wahren Begebenheit", wie es so schön bei Hollywoodfilmen heißt. Vorbild war nämlich der Fall eines 20-Jährigen Leipzigers. Dieser hatte unter der Adresse "Shiny-Flakes.to" im Zeitraum 2013 bis 2016 Schätzungen zufolge über 600 Kilogramm Drogen aus seinem Kinderzimmer heraus online verkauft. In einem "Vice"-Artikel von 2015 wird dieser später zu 7 Jahren Haft unter Anwendung von Jugendstrafrecht verurteilte Heranwachsende sogar mit dem Pseudonym "Moritz" benannt. Dass die Macher der Serie später ihren eigenen Protagonisten ebenfalls auf den Namen Moritz tauften, klingt nicht nach lediglichem Zufall.

Ohne weitergehend all zu viel zu spoilern, muss man sagen, dass die Serie "How To Sell Drugs Online (Fast)" echt verdammt gut gemacht wurde! Technische Details stimmen mit der Realität überein: in eigenen Zwischensequenzen wird beispielsweise das Funktionieren des Darknets bzw. des TOR-Netzwerkes anschaulich erklärt (in diesem Fall recht witzig von Jonathan Frakes im alten X-Faktor-Style präsentiert) oder auch die Wirkung von MDMA (Wirkstoff in XTC Pillen) treffend mit passenden Bewegtbildern illustriert.

Zu keinem Zeitpunkt hat man als Zuschauer das Gefühl, langweiligen Dialogen oder überflüssigen, zeitfüllenden Szenen ausgesetzt zu sein. Die Serie "How To Sell Drugs Online (Fast)" schaut sich flüssig, hat absolutes Binge-Watching-Potential und wie es sich für eine gute Serie gehört, möchte man nach jeder Folge am liebsten sofort weiterschauen. Leider läuft die erste Staffel aber nur über 6 Folgen, die eine ungewohnte (aber passende) Episodenlänge von vergleichsweise wenigen 30 Minuten umfassen. Die Kameraführung fällt frisch aus und bietet ebenso wie ins Bild projizierte Gedankengänge der Darsteller stets Originelles.

Kritikpunkte wären das stellenweise nicht genau zuordbar Komödiante in der Serie. Soll der Vater des Protagonisten nur einen wie auf Dauerbenzos naiv-dümmlich wirkenden Kleinstadtpolizisten spielen oder tut er das unbeabsichtigt? Soll "Tante Buba" absichtlich so lächerlich wirken oder kann das weg?

Dazu gesellen sich falsche Realitätsdarstellungen. Etwa, wenn das Antidepressivum "Citalopram" dazu "missbraucht" wird, um den eigenen Serotoninspiegel ähnlich wie bei Extasy tripartig anzuheben und sich wohlig-warm gut zu fühlen. Das ist natürlich nicht möglich: Citalopram baut über Wochen hinweg einen Spiegel auf, der den Serotoninhaushalt reguliert respektive normalisiert, sodass sich die Patienten eher wie normale Menschen und nicht mehr so depressiv fühlen. Missbrauchen kann man es nicht. Diese unsachliche Falschheit schadet der Serie, weil sie ansonsten das Thema sehr authentisch behandelt. Die Rauschzustände unter dem Einfluss von MDMA werden beispielsweise sehr lebensecht von den Schauspielern (vor allem der Protagonistin) gespielt – dafür kann man ihnen durchaus ein Kompliment aussprechen.

Fazit: Wir können die Serie "How To Sell Drugs Online (Fast)" trotz kleiner Mängel allen Lesern und entsprechend Themeninteressierten uneingeschränkt empfehlen! Sie schaut sich sehr zügig weg und man läuft Gefahr, die 6 Folgen an einem Stück zu gucken. Wer von euch Netflix hat, sollte da auf jeden Fall einmal reinschauen. Wer kein Netflix hat, findet unter dem Googlesuchbegriff "serienstream how to sell drugs online fast" kostenlose Streams der Serie.

Abschließend noch der Trailer dazu, um sich ein erstes Urteil zu bilden:

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