"Televend": Drogen bestellen neu gedacht? Symbiose aus Darknet & Telegram als das neue große Ding des Online-Drogenhandels?

Dieser Artikel informiert über den neuen Trend des Online-Drogenhandels mittels der App "Televend".

Aber um es vorweg zu nehmen: Wir raten dringend davon ab! Nicht nur aus rechtlichen Gründen, sondern auch aus technisch großem Risiko heraus sowie aus der prognostizierbaren Kurzlebigkeit dieser App (siehe Artikel).

Stattdessen macht es viel mehr Sinn, auf einen legalen Drogen-RC-Shop zurückzugreifen. Dieser bietet aufgrund von chemischer Ähnlichkeit genau wie das Original wirkende Drogen an, welche aber legal (weil eigenständige, neue Substanz) und in keinem Drogentest nachweisbar sind:

Televend – das große neue Ding beim Drogen bestellen und kaufen?

Weiter geht es mit dem Beitrag über die Televandapp:

"Televend" lautet der Name für ein automatisches Shop-Bot-Netzwerk, mit dem Händler alle möglichen Waren ganz einfach über Telegram anbieten können. Es ist ein relativ neuer Trend und scheint zunehmend beliebter zu werden. Die Televend-Betreiber erklären auf ihrem eigenen Telegramkanal, dass sie quasi nur die technische Infrastruktur zur Betreibung eines eigenen Shops via Telegram bereitstellen. Was der Händler dann dort verkauft, bleibe seine Sache.

Allerdings wird ziemlich schnell deutlich, dass sich Televend auf den Drogenmarkt spezialisiert hat als Alternative zum Darknet. So geben sie auf ihrem Kanal eine Anleitung, wie man maximal sicher einen solchen Drogenshop erfolgreich betreibt. Man solle etwa nicht die eigene Handynummer nutzen, sondern über SMS-Hosting-Services wie 5SIM den Telegramaccount über ein anderes Herkunftsland registrieren. Ferner wird die Einrichtung des Telegram-Clienten über das TOR-Netzwerk empfohlen, sodass der Datenverkehr wie auch im Darknet anonym fließen kann.

screenshot vom televend drogenhandel als kokain-verkaufsangebot
Screenshot eines Televend-Drogenverkaufskanals mit dem Angebot von peruanischem Kokain (by Vice)

Ist man dort registriert, lassen sich alle möglichen Drogen bestellen von Cannabiserzeugnissen über XTC-Pillen, Kokainprodukte, Amphetaminpaste und eigentlich alles wie auch im Darknet. Kunden können solche Shopkanäle aufsuchen und die gewünschten Waren mit Bitcoin bezahlen. Zahlungen wie Bestellungen lassen sich verfolgen und man kann Kundenfeedback und Bewertungen hinterlassen. Naturgemäß tummeln sich viele Betrüger, die aber durch einen Gruppenchat schnell als solche benannt werden. Es spricht sich dann herum, welche Anbieter wirklich Drogen in hoher Qualität verkaufen und wer nur abzockt.

Televend erfährt auch dadurch zunehmende Beliebtheit, weil es keine großen, funktionierenden Darknethandelsplätze mehr gibt. Denn nach dem Ende des letzten großen Marktplatzes namens Dream Market und Wallstreet Market scheint eine neue Strategie gegen den Darknethandel gefahren zu werden: digitale Angriffe auf die Server der Anbieter sorgen dafür, dass solche Plattformen nicht mehr erreichbar sind. Dadurch floriert dort auch kein Handel mehr und die Nutzer weichen zunehmend auf Alternativen aus. Televend stößt in diese Lücke vor und versucht, sich einen Stück vom Kuchen zu sichern.

Angeblich hätte Televend bereits über 200.000 Nutzer und es werden wohl stetig mehr. Televend gelang es, eine Reihe schwieriger Probleme beim "Online Drug Dealing" klug zu lösen und implementiert diverse Sicherheitsvorkehrungen. Daher herrscht dort eine rege Gemeinschaft von Drogenonlinehändlern und Kunden. Selbst verdienen die Betreiber wie auch bei Darknetmarkets üblich an einer Verkaufsprovision.

Wird Televend also das neue Drogenparadies und löst das Darknet ab?

Das ist zu bezweifeln. Es bleibt zunächst abzuwarten, ob und wie erfolgreich Televend wirklich wird. Anders als im Darknet ist die Kommunikation nicht grundsätzlich verschlüsselt und die allermeisten Käufer werden sich nicht die Mühe machen und die TOR-Implementierung installieren. Auch viele Händler werden aus Bequemlichkeit darauf verzichten, sich sogar mit ihrer eigenen Handynummer anmelden.

Überdies hängt alles von der Telegraminfrastruktur ab, ist also enorm zentralisiert. Sobald die Telegrambetreiber etwa auf politischen Druck hin dieses Treiben unterbinden oder mit den Behörden kollaborieren, hat es sich erledigt. Und erfahrungsgemäß wird genau das geschehen: Regierungsbehörden werden großen Druck ausüben auf die Telegramapp um solchen illegalen Betäubungsmittelhandel zu verunmöglichen.

Fazit: Man sollte also nicht auf diesen Zug aufspringen und vom Drogen kaufen hierüber besser die Finger lassen! Auf absehbare Zeit hat dieses Geschäftsmodell keine Zukunft. Einzig die Entwicklung neuer dezentraler Internettechnologien wie ein unzensierbares Netzwerk auf Blockchainbasis könnte zukunftsverheißend sein. Solch zentralisierte Lösungen werden immer im Sande verlaufen.

Weiterer Artikel zum Bestellen und Kauf von Drogen über Televend

Wir haben noch einen interessanten Artikel über die Drogenverkaufsplattform Televend gefunden. Dort erhält man weitere Details über das Bestellen von Drogen mittels dieser Telegram-App sowie dem Drogenkauf vor Ort als organisierter Warentausch:

Mit dem Untergang des Darknet-Marktplatzes Empire ist eine Welle von DNM-Benutzern in Scharen zu alternativen DNMs, aber auch zu neu geschaffenen Telegrammkanälen geströmt, die 24 Stunden am Tag illegale Waren anbieten. So berichtete news.Bitcoin.com Mitte Oktober über ein neues komplexes System von robotergestützten Telegrammkanälen für den Drogenhandel mit dem Namen "Televend".

Seit unserem ersten Bericht zu diesem Thema ist das Televend-System immer noch sehr aktiv und ist seitdem gigantisch gewachsen.

Zum Beispiel hat einer der Televend-Kanäle namens "Drogen kaufen" zum Zeitpunkt der Veröffentlichung 155.201 Abonnenten. Andere Zweige von Televend-Gruppen haben sich seit unserem letzten Bericht verdoppelt und vervierfacht.

"Televend ist ein Auto-Shop-Bot-Netz für Direkthändler", erläutern die Autoren der Software. "Wir verwalten die Bots, und die Verkäufer betreiben sie wie private Geschäfte. Kunden können sie besuchen und mit Bitcoin bezahlen, (Drogen)-Bestellungen und Zahlungen verfolgen und Feedback/Bewertungen hinterlassen".

Televend-Anbieter kontrollieren ihre eigenen Listen, und die Benutzer müssen einen vertrauenswürdigen Anbieter ausfindig machen, um auf einen bestimmten Bot zugreifen zu können. Drogenshop-Anbieter betreiben die "Listings und die Konfiguration ihres Bots über ein .onion Tor-basiertes Kontrollpanel, so dass für den Verkauf kein Telegramm-Konto benötigt wird".

Hinter dem Bedienfeld können die Anbieter Nachrichten von Kunden beantworten, Bestellungen bearbeiten und auf andere Funktionen zugreifen. Heute hat der Televend-"Gruppenchat" über 15.000 Benutzer, die über Verkäufer, Drogen und Nachrichten diskutieren.

Am Mittwochmorgen um 10.23 Uhr (EST) schrieb ein Benutzer: "Kann jemand bitte einen verifizierten Bot empfehlen, der anständiges MDMA verkauft? Eine Reihe anderer Benutzer im gesamten Rückstand der Chat-Nachrichten zeigt, dass viele Leute bei der Suche nach einem zuverlässigen Televend-Verkäufer die gleiche Frage gestellt haben.

Eine Reihe anderer Benutzer antworten in der Regel auf die Fragen und verweisen oft auf einen Anbieter, dem sie vertrauen. Es gibt auch viele zufällige Anbieter, die für den Kauf von Waren wie Cannabis, Opium, Kokain, LSD, Ecstasy und ein buntes Sortiment an Arzneimitteln werben.

In der Zwischenzeit kündigten die deutschen Strafverfolgungsbehörden Ende Oktober die Beschlagnahme von neun Telegrammkanälen an, die auf ähnliche Weise funktionieren. Ein übersetzter Bericht von darknetlive.com zeigt, dass die Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (ZIT), die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt und das Bundeskriminalamt (BKA) an der Beschlagnahme beteiligt waren.

Das BKA bezeichnete die illegalen Telegrammkanaele als "Alternativen zum Darknet", teilte der Beamte mit. Wie die Generalstaatsanwaltschaft mitteilte, begannen die Ermittlungen gegen diese Telegrammgruppen im vergangenen Sommer im Juni 2020. Die Staatsanwaltschaft identifizierte 28 Verkäufer, und am 29. Oktober durchsuchten die deutschen Einsatzgruppenteams auch 30 verschiedene Grundstücke in ganz Deutschland.

Die Strafverfolgungsbehörden beschlagnahmten über vier Kilo verschiedener Drogenarten und rund 8.000 Euro in bar. Aus dem Kreis Offenbach wurden dem Bericht zufolge bisher nur zwei Verdaechtige festgenommen.

Neben der Ankündigung der Beschlagnahmungen teilte die deutsche Polizei mit, dass neun Telegrammkanaele abgeschaltet wurden. Interessanterweise hiess eine der Gruppen "Seidenstrasse" (also Silkroad) und auch die anderen Marktplatz-Kanäle hatten eindeutige Namen.

Der übersetzte Bericht zeigt auch, dass die Telegrammkanäle vor ihrer Beschlagnahme etwa 8.000 Benutzer hatten. Auf Twitter diskutierte der Darknet-Marktforscher und Analyst namens "Darkfail" die Beschlagnahme der Telegrammgruppe und bemerkte, dass er nicht glaubt, dass sie mit Televend in Verbindung stehen.

"'Silk Road'-Telegrammgruppen, die von deutschen Behörden beschlagnahmt wurden. Diese scheinen nicht von Televend betrieben worden zu sein, einer aufstrebenden Alternative zu den Tor-Kryptomärkten", twitterte Darkfail.

Englischer Originalartikel ist dieser hier und wurde von einem treuen Leser übersetzt, danke!

Quellen und weiterführende Artikel

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